Programm

Freitag, 17.04.2009
09.00 - 16.15

Samstag, 18.04.2009
09.00 - 16.15

Samstag, 25.04.2009
09.00 - 16.15

Freitag, 08.05.2009
09.00 - 16.15

Samtstag, 09.05.2009
09.00 - 16.00

Freitag, 15.05.2009
09.00 - 16.15

Geschichte des Online-Journalismus / Materialien, Notizen

Online-Journalismus .dekade1
onlinejournalismus.de blickt auf zehn Jahre Online-Journalismus zurück: “Auf die nüchterne Realität, unerfüllt gebliebene Visionen und mögliche Zukunftsmodelle.”

derStandard.at/10 Jahre
Im vergangenen Februar wurde derStandard.at zehn Jahre alt. Zum Jubliäum gibt die Redaktion Einblick in die Geschichte und Arbeitsweise des Mediums.

- Online News Pioneers See Lots of Changes in the First 10 Years
- For Pioneers of Web Journalism, the Future Is Still Full of Surprises
Das US-Branchenmagazin “Online Journalism Review” lässt in einer zweiteiligen Serie eine Reihe von Internet-Pionieren auf zehn Jahre Online-Journalismus zurück blicken.

Die Erfolgsstory des Internet-Dienstes ORF Online
Diplomarbeit von Max Scheugl, die Geschichte, Funktion, Strategie und Struktur Internetpräsenz des ORF analysiert.

“Moderne Wanderprediger” - Zehn Jahre “Zeit online”

“New News” retrospective: Is online news reaching its potential?
Nora Paul vom Poynter Institute, einer Journalistenschule in Florida, hinterfragt ob der Online-Journalismus die Erwartungen eingelöst hat, die einst an ihn gestellt wurden.

Online-Zeitungen und -Magazin im historischen Wandel
Abriss über Entwicklungsphasen des Online-Journalismus in Deutschland.

Louis Rossetto vs. Dave Winer
Gary Wolf erinnert sich an eine Debatte zwischen Wired-Herausgeber Louis Rossetto und Dave Winer über die Zukunft des Webpublishings. Louis Rossetto war davon überzeugt, dass auch das Internet von den großen Medienhäusern beherrscht werden würde. Er gründete hotwired, den digitalen Arm des Wired Magazins. Dave Winer wiederum meinte, dass das Internet die Verlage obsolet machen würde. Er gründete die Softwarefirma Userland, die u.a. die Weblogsoftware Radio und Manila veröffentlichte. Wer von beiden recht hatte, lässt sich auch heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Historische Materialien

The birth of way new journalism(1995)
Joshua Quittner skizziert in “hotwired” die Grundpfeiler des digitalen Journalismus. Der Terminus “way new” verweist auf “information superhighway” - “the new journalism of the information superhighway” …
Siehe dazu auch:
Way New Journalism Takes Its First Steps - hotwired, Juli 1995
way new journalism
Website zu einer Konferenz über Online-Journalismus im April 1995, San Francisco
Satire auf Suck.com: Way Lame Journalism

Downsizing the Revolution (1996)
Steven Johnson über die Arbeitsweise des damals von ihm herausgegebenen Online-Magazins “Feed”: “We prefer
to think of FEED in evolutionary terms: an older organism finds itself
transplanted into a new environment, and adapts to that environment in
various ways — but still retains much of its original shape. You can’t
just drop a page-bound magazine into cyberspace and expect nothing to
change. But neither can you throw away the centuries of development that
produced modern journalism.”

Ausgewählte Medien

Zum Stöbern in alten Online-Magazinen empfiehlt sich die wayback machine des Internet archives.

Suck.com - bissige Kommentare zur Netzwirtschaft- und -kultur. Innovativer Einsatz von Links und gewisserweise auch ein Vorläufer zu den Weblogs:

“Within a few years, Suck.com had become the rosetta stone for online culture. Its tone — dry as sandpaper — set the standard for all internet prose. Its use of links as punctuation created a new online grammar (they often linked the word “sellout” back to their own site). Most importantly, it showed that proper study of the net was, well, the net. By helping online browsers sardonically sort through the mess of the online content, the now-defunct Suck prefigured today’s cultural juggernaut: The blog, with millions of users chronicling their online travels.” (The Defining Moments in Digital Culture, shift.com)

Siehe dazu auch: Suck.com: From Oasis to Mirage

HotWired Archives - Hier finden sich interessante Format aus den Anfangszeiten des Online-Journalismus. Unter anderem Brain Tennis - debate as a spectator sport, oder talk.com - Live Chats und interaktive Audio-Events.

Feed - Internet archive

Slate - Internet archive

Salon

Quintessenz - das vermutlich erste österreichische Online-Magazin.
Siehe dazu: Nationalbibliothekseintrag

Literatur

Gabriele Hoofacker, Online- Journalismus, Schreiben und Gestalten für das Internet, Econ Ullstein List, München 2001
www.online-journalismus.org
Rezension

Stefan Heijnk: Texten fürs Web - Grundlagen und Praxiswissen für Online-Redakteure. dpunkt-Verlag, Heidelberg 2002.
www.texten-fuers-web.de

Saim Rolf Alkan: Texten für das Internet - Ein Handbuch für Online-Redakteure und Webdesigner. Galileo-Press 2002.

Klaus Meier (Hg.), Online-Journalismus: ein Leitfaden für ein neues Medium, UVK Medien, Konstanz 1999

Walther von La Roche, Einführung in den praktischen Journalismus, List, München 1991

Fachmedien

Onlinejournalsimus.de

Online Journalism Review

CyberJournalist.net

jonet / Onlinejournalismus

E-Media Tidbits - Weblog des Poynter Institutes

Columbia Journalism Review

Contentious

Onlinejournalismus.de/Archiv
Archivversion einer sehr guten Seite - mit guten Hintergrundberichten zum Thema.

Hyperlinks

Auf einer für uns praxisrelevanten Ebene unterscheiden wir zwischen drei Arten von Links:

  • Seiteninterne Links - Etwa so genannte Ankerlinks, die Inhalte innerhalb einer Webseite strukturieren. Diese sind in Gebrauchstexten jedoch kaum in Verwendung. Werden jedoch noch häufig zur Strukturierung von Glossaren und alphabetischen Aufzählungen verwendet.
  • Siteinterne Links - Verlinken innerhalb eines Webangebotes, etwa innerhalb des wko.at-Portals. Sie sollten vor allem zum Verweis auf themennahe Informationen aus dem eigenen Angebot oder Archiv (Stichwort: Zum Thema) oder zur Strukturierung von modularen Themenseiten verwendet werden.
  • Externe Links führen zu anderen Webseiten.

Dem könnten wir noch weitere Unterscheidungen - etwa designtechnisch nach dem Sprungziel des Links oder nach inhaltlichen Kriterien - wie etwa Navigationslinks, definierenden, strukturierenden und assoziierenden Links - hinzufügen.

Allgemeine Tipps

Generell gilt auch, dass Links dann eingesetzt werden sollen, wenn es im Kontext Sinn macht und die durch das Link referenzierten Informationen den UserInnen einen nachvollziehbaren Mehrwert vermitteln. Etwa Hintergründe, Quellenmaterial und Erläuterungen. Themenferne Links sollten vermieden werden.

Zutreffende Informationsprognose
Ziel eines nutzerfreundlichen Verlinkens ist es, den UserInnen eine zutreffende Informationsprognose zu ermöglichen. Ein Link sollte immer aussagen, was sich dahinter verbirgt.

Webimmanente Begriffe vermeiden
Webimmanente Begriffe wie etwa “klicken Sie hier” oder “Finden Sie hier” sollten unbedingt vermieden werden.

Links im Lauftext

Lesepsychologisch sind Links im Lauftext (embedded Links) insofern problematisch, als sie in Wahrnehmungskonkurrenz zum Text stehen und damit vom Inhalt des Textes ablenken. Andererseits ist das Netz ein grundsätzlich anderes Medium als das etwa das Buch oder die Zeitung.

Medienadäquate Lektüreformen
Links ermöglichen medienadäquate Lektüreformen, die sich wie alle kulturellen Praktiken nicht von einem Tag auf den anderen durchsetzen. Auch das Fernsehen hat in seiner Anfangszeit Codes uns Konventionen vom Radio übernommen.

Insofern ist zu Links im Lauftext zu raten. Diese sollten jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn sie nachvollziehbar mit dem beschriebenen Kontext in Zusammenhang stehen.

Linksetzmuster

Mit so genannten “Linksetzmustern” kann die Nutzerfreundlichkeit von “Embedded Links” jedoch erhöht werden. D.h. das Links im Lauftext nach bestimmten redaktionell definierten Mustern gesetzt werden, die von den UserInnen leicht erkannt werden können.

Beispiel
Beispiele dafür sind etwa Finanzinformationsseiten, die über den Namen eines Unternehmens auf aktuelle Kursinformationen verlinken. Siehe:
Financial Times Deutschland - Marktbericht.

Tabellenkästen

Viele Seiten platzieren Links gesammelt außerhalb des Fließtextes in Tabellenkästen (rechts, links, unten).

Vorteil: Der “Lesefluss” wird nicht gestört.

Nachteil: Der Kontext des Links, jene Passage des Textes zu dem er gehört, ist nicht mehr auszumachen.

Beispiele: Tabellenkästen

BBC-Artikel - Tabelle in der rechten Spalte

Netzeitung - Tabelle links im Textkorpus

Webstandard-Artikel - hier werden textrelevante und verwandte Informationen sowohl aus dem Lauftext, als auch aus einer Tabelle am linken Rand des Artikels verlinkt.

Einheitliche Handhabe

Regeln - ob Links innerhalb des Lauftextes, außerhalb in diskreten Tabellen oder auf beide Art gesetzt werden - gibt es nicht. Letztlich ist dies eine redaktionelle Entscheidung. Wesentlich ist , dass die Handhabung von Links über den gesamten Webauftritt hinweg einheitlich gestaltet wird.

Links auf Dateiformate

Bei Links auf pdf-Dateien/Textdokumenten (doc), Video und Audiofiles sollte, nicht zuletzt um den UserInnen unangenehme Überaschungen zu ersparen, die Größe und Art der Zieldatei angegeben werden. z.B.: (pdf, 2,8 MB).

Nach Möglichkeit sollte auch ein Link zum Download der zum Ansehen/Abspielen notwendigen Applikationen angegeben sein - z.b. Acrobate Reader, Real Media Player usf.

Externe Links

Externe Links erhöhen die Glaubwürdigkeit eines Webauftritts und dienen letztlich der Nutzerbindung.

Keine externen Links im Teaser oder Lead
Auch dabei gilt jedoch: Externe Links nur dann, wenn sie im jeweiligen Kontext Sinn machen. Generell sollte jedoch in Texten auf der Einstiegsseite (etwa im Teaser oder im Lead) auf externe Links verzichtet werden.

Originalquellen verlinken
Auf Originalquellen oder Originaldokumente, etwa EU-Papiere oder Gesetzesvorlagen, sollte in jedem Fall verlinkt werden. So werden zusätzliche Informationen und Hintergründe geboten und die Glaubwürdigkeit des eigenen Auftritts erhöht.

Deep Linking
Dabei sollte direkt auf die Quelle/Dokument verlinkt werden - und nicht auf die jeweilige Einstiegsseite, da ansonsten die NutzerInnen selbst nach dem Dokument suchen müssen, was zu Frustrationen führen kann.

Weblogs: Einführung

Was ist ein Weblog? Ein Weblog ist - kurz gesagt - eine Webseite, die aus kurzen Texten, Links, Fotos und anderen Formaten (mp3s, movies,…) besteht, die in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angeordnet sind - der zuletzt gemachte Eintrag steht dabei an erster Stelle.

Weblogs können von einer Person oder von einer Gruppe von Personen bespielt werden und können auf vielfältige Art und Weise verwendet werden: Als persönliches Tagebuch, als öffentlicher Notizblock, als annotierte Linkliste, als persönlicher Filter von Inhalten im Web, als kollaborative Publikations-Plattform, als Tool zum Projektmanagement, zum Wissensmanagement zur unternehmensinternen Kommunikation, als Nischen-Medium und als vieles mehr.

Logbuch
Die Bezeichnung Weblog - die sich aus den Worten “Web” wie Internet und “Log” wie “Logbuch” zusammensetzt - geht auf John Barger zurück, der seit 1998 unter der Adresse robotwisdom.com täglich bis zu 50 kommentierte Links, vorwiegend aus den Bereichen Showbiz und Informationstechnologie, postet.
Peter Merholz, mit peterme seit 1999 im Netz, brachte die Bezeichnung to “blog” ins Spiel - leitet sich aus “wee-blog” ab. Leute, die einen Weblog schreiben, nannte er “Blogger”.

Geschichte
Weblogs als Publikationsstil gehen in die Urzeiten des Netzes zurück. Als Vorläufer der Weblogs wird häufig die von Tim Berners Lee am CERN in Genf bespielte What’s New Seite (1992) zitiert. Dort wurde auf neu hinzugekommene Server im damals noch spärlich besiedelten WorldWideWeb hingewiesen und Konferenzen angekündigt, aber auch neue Software besprochen. Auch die von Justin Hall unter links.net seit 1994 geposteten, mitunter hyperintimen Tagebucheintragungen, können als Wegbereiter gelten.

Schnell und einfach publizieren
Im Unterschied zur ersten Generation von Webseiten, deren Erstellung HTML-Kenntnisse oder das Bedienen von HTML-Editoren vorausgesetzt hat und die mittels FTP auf einen Server gespielt werden mussten, sind gängige Weblog-Tools schnell und einfach über ein Web-Interface zu bedienen. HTML oder CSS-Kenntnisse sind vielfach nicht erforderlich. Inhalte können über eine Eingabemaske per Knopfdruck ins Web gestellt werden: Eine Reihe von Weblog-Tools erlaubt mittlerweile auch das Aktualisieren via E-Mail und via Mobiltelefon.

eingabemaske

Anatomie eines Weblogs
Weblogs sind zwar inhaltlich sehr verschieden, im prinzipiellen Aufbau orientieren sie sich an einer Reihe von Konventionen und Standards, die nicht zuletzt durch die Weblog-Tools bedingt werden.

Weblogs bestehen in der Regel aus

  • einem Titel

  • einer so genannte Tagline
  • einem Hauptbereich, in dem die Postings angezeigt werden
  • und einer Sidebar oder Seitenleiste, die Platz für die Anzeige der Weblog-Kategorien und des chronologischen Weblogarchivs, Links, dem Suchformular und dem Verweis zum RSS-Feed bietet. In der Seitenleiste können unter anderem auch Angaben über die AutorIn sowie aktuelle Musik-, Lese- und Filmlisten Platz finden.

Ein Weblog-Post besteht in der Regel aus:
posting

  • Titel
  • Beschreibung
  • Links
  • Datum, Uhrzeit des Eintrags / Timestamp
  • Jedes Posting kann über ein so genanntes Permalink direkt angesteuert und referenziert werden.
  • Vielfach besteht auch die Möglichkeit den Eintrag zu kommentieren.
  • Manche Weblog-Tools bieten darüber hinaus auch die Möglichkeit des Trackbacks - einer Technologie über die Postings von anderen Webseiten im eigenen Weblog referenziert und kommentiert werden können. Das Link zum Eintrag wird dabei über das Pingen des Trackback-URL automatisch generiert. (Siehe dazu auch: A Beginner’s Guide to Trackback - Moveabletype)
  • Erweitert dazu wird bei fast allen Weblog-Tools auch die Möglichkeit angeboten, die Postings nach Kategorien zu ordnen. Der Link zur Kategorie wird vielfach auch unterhalb des Posts angezeigt.
  • Ältere Einträge werden archiviert. Das Archiv ist entweder über eine Kalender oder über (automatisch generierte) Links zugänglich.

Layout
Die meisten Weblog-Tools lassen die individuelle Gestaltung des Weblogs zu. Viele Anbieter stellen eine Reihe von Layout-Vorlagen, so genannte “Skins” oder “Themes” zur Auswahl. Will man sein eigenes Layout gestalten, so kann auch auf die Layout-Vorlagen oder Templates zugegriffen und diese nach den eigenen Vorstellungen verändert werden. Dazu sind rudimentäre HTML oder CSS-Kenntnisse sowie die Vertrautheit mit dem vom System verwendeten Macros von Vorteil.

skineditor

Um einen Überblick über die vielfältigen Anwendungs - und Darstellungsweisen von Weblogs zu bekommen, nehmen wir uns zehn Minuten Zeit, um uns folgende Weblogs anzusehen:
Boing Boing
Schockwellenreiter
Bildblog
Bildungsblog
Beruf Terrorist
Gizmodo

Wir legen uns nun einen über die polycollege-Weblogplattform einen Weblog an. Dabei werden wir die Möglichkeiten, die uns die Weblogsoftware bietet, Schritt für Schritt durchgehen und uns so mit den grundlegenden Features von Weblogs vertraut machen.

Weblogs und Journalismus

Gary Wolf, Autor beim US-Technologiemagazin Wired, erinnert in seinem Weblog an eine Debatte, die 1994 zwischen Louis Rossetto, damals Herausgeber des Wired Magazines, und Dave Winer, damals ein Technologiekolumnist des Magazins, über die Zukunft der Medien im Internet. Louis Rossetto war davon überzeugt, dass auch das Netz von den großen Medienhäusern beherrscht werden würde. Die damals gerade aufkommenden privaten Websites waren für ihn nichts anderes als eine Wiederholung oder ein Wiederhall des CB-Funk-Enthusiasmus, der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die frühe Entwicklung des Radios begleitete: “The real action was always on the radio, where professional disc jockeys spin records for an eager audience.” Dave Winer wiederum war der Ansicht, dass das Internet über kurz oder lang Verlage obsolet machen würde: “Yes, the web is like radio and cb. But it is also like a front porch. I might put a few flower pots on the porch, a couple of chairs, a BBQ, a swing, decorations that say something about me, and perhaps invite other people in. Imagine if you could visit my front porch and find pointers to all my friends’ porches”, argumentierte Winer und lieferte damit auch eine schöne Metapher für das, was wenig später mit den ersten Weblogs folgen sollte.

Winer gründete die Softwarefirma Userland, die u.a. die Weblogsoftware Radio und Manila veröffentlichte. Rossetto gründete hotwired, den digitalen Arm des Wired Magazins. Auch heute lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, wer von beiden Recht behalten sollte. Die Online-Medien etablierter Verlage werden heute von Millionen von Leuten gelesen. Andererseits werden auch Millionen von Weblogs täglich aktualisiert, kommentiert und gelesen.

Heftige Debatten
Das Verhältnis zwischen Weblogs und Journalismus ist ebenso seit Jahren Gegenstand heftiger Debatten. Manche sehen in Weblogs den Sargnagel für den traditionellen Journalismus im Internet, weil die etablierten Medien im Gegensatz zu den an keinerlei Zwänge gebundenen Weblogs für das Internet zu schwerfällig sind und zu vielen Sachzwängen gehorchen müssen. Andere sind der Ansicht, dass Weblogs mit Journalismus rein gar nichts zu tun haben. Beide haben recht.

Demokratisierung der Medienproduktion
Die meisten Weblogs werden nicht in der Absicht erstellt, ein journalistisches Produkt sein zu wollen. Sie sind virtuelle Notizbücher, Online-Tagebücher, Kommunikationsflächen, Instrumente zum Austausch von Informationen, Tools zum Wissens- oder Projektmanagement, aber keine journalistischen Produkte. Insofern ist es auch müßig Weblogs nach journalistischen Sorgfaltskriterien, die sie weder erfüllen können noch wollen, zu beurteilen. Ohne Zweifel hat jedoch Weblogsoftware dazu beigetragen, die Medienproduktion zu demokratisieren. Mehr noch als jemals zuvor gilt heute - jeder kann ein Medium machen. Wie bei jeder medialen “Revolution” - zuletzt etwa bei Fanzines in den späten 70er, frühen 80er Jahren, wo die Kopiermaschine einen emanzipatorischen Effekt zeitigte - werden durch neue, einfachere Publikationsmöglichkeiten auch neue Stimmen, Schreibweisen und Formate sichtbar, die nicht ohne Einfluss auf die Mainstream-Medien bleiben.

Weblogs bringen neue Schreibweisen zum Vorschein, die auch in die professionelle journalistische Produktion einfließen - direktere Schreibe, konversativer Ton, subjektive Standpunkte. Und weil Weblogs das erste genuine Format sind, das das Internet hervorgebracht hat und darüber hinaus ein bottom-up-Medien sind, zeigen sie natürlich Wege auf, die dem Medium Internet weit mehr entsprechen als das massenmediale Modell - bei dem ein Sender vielen Empfängern gegenübersteht. Weblogs haben auch dazu beigetragen, dass Online-Medien sich ihrem Publikum geöffnet haben. Eine Tendenz, die sich in Zukunft noch verstärken wird.

We the media
Diese Entwicklung lässt sich auch einer Tendenz zuschreiben, die die Fachpublizistik “We Media” oder “partizipativen Journalismus” nennt und eine Form der medialen Produktion meint, die das Publikum mit einbezieht. Journalisten, schreibt Dan Gillmor - Autor des Buches “We the media”, können von ihren Lesern viel lernen. Diesem Umstand trägt auch sein Credo Rechnung, das die Zukunft des Journalismus in der Kommunikation mit den Lesern sieht. Der Journalismus, ist Gillmor überzeugt, wird sich von einem Vortrag hin zu einer Konversation mit dem Publikum wandeln:

“Big Media, in any event, treated the news as a lecture. We told you what the news was. You bought it, or you didn’t. You might write us a letter; we might print it. … Tomorrow’s news reporting and production will be more of a conversation, or a seminar. The lines will blur between producers and consumers, changing the role of both in ways we’re only beginning to grasp now. The communication network itself will be a medium for everyone’s voice, not just the few who can afford to buy multimillion-dollar printing presses, launch satel lites, or win the government’s permission to squat on the public’s airwaves. This evolution - from journalism as lecture to journalism as a conversation or seminar - will force the various communities of interest to adapt. Everyone, from journalists to the people we cover to our sources and the former audience, must change their ways.

Literatur
We the media - PDF-Version
We the media - HTML-Version
We Media - How audiences are shaping the future of news and information - Hypergene

Komplexes Verhältnis
Die den Weblogs zu Grunde liegende Technologie, aber auch der Publikationsstil des Formats haben längst in die professionelle Medienproduktion im Netz Einzug gehalten. Zwischen Weblogs im weitesten Sinn und journalistischen Formaten und Produkten gibt es eine Vielzahl von Schnittstellen. So fungieren Weblogs als Themenlieferant und Echokammer für traditionelle Online-Medien. In manchen Fällen werden sie sogar zur Kontrollinstanz für den traditionellen Journalismus. Das Weblog-Format ist andererseits längst Bestandteil etablierter Online-Medien. In vielen Fällen wird es auch gezielt zur Kommunikation mit und zur Einbeziehung des Publikums in die Berichterstattung eingesetzt. Auch technologische Entwicklungen, die in der “Blogosphäre” jahrelang erprobt wurden - wie etwa “Trackback” oder die Aggregation von Inhalten via RSS, haben ihren Weg in die etablierten Online-Medien gefunden.

Kontrollinstanz und Themenlieferant
Weblogs können, wie einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, zur Kontrollinstanz für traditionellen Journalismus werden. Ein gerne zitiertes Beispiel dafür ist etwa der US-Anchormans Dan Rather. Dieser hatte in seiner Sendung im US-Sender CBS ein Dokument zitiert, das den Militärdienst des US-Präsidenten George W. Bush dokumentierte. Das Dokument war eine Fälschung. Dies wurde zuerst in Weblogs aufgedeckt und später von den großen Medien übernommen. Rather ging kurz darauf in Pension.
Ein weiteres Beispiel ist der ehemalige US-Senator Trend Lott. Dessen rassistische Äußerungen anlässlich einer Geburtstagsfeier von den großen US-Medien kaum wahrgenommen werden. Erst als diese den politischen Weblogs Instapundit und Talking Points Memo massiv thematisiert wurden, griffen auch die Mainstream-Medien das Thema wieder auf. Lott musste schließlich zurücktreten.

Watchblogs
So genannte Watchblogs, die die Berichterstattung in den etablierten Medien annotieren, sind weit verbreitet. Wie Ungenauigkeiten und Unregelmäßigkeiten in Medien generell ein beliebtes Thema in Weblogs sind. Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist der Bildblog, der “die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme” in der Berichterstattung der größten deutschen Boulevardzeitung kommentiert. In Österreich “kontrolliert” seit Kurzem der ORFblog das größte österreichische Online-Medium Orf on.

Warblogs
Weblogs können auch eine Ergänzung zur Berichterstattung in traditionellen Medien bilden. Nach dem 11. September 2001 und in der Zeit des Irak-Krieges haben so genannte “Warblogs” für Aufsehen gesorgt. Dort waren Eindrücke und Informationen direkten vom Geschehen zu lesen. So postete etwa der Iraker Salaam Pax in seinem Weblog Where is Raed? während des Irak-Kriegs Berichte aus Bagdad. Später hat er einen Buchvertrag bekommen und war auch kurze Zeit Kolumnist für die britische Tageszeitung The Guardian.

Themenlieferant
Auch werden oft Themen aus Weblogs von traditionellen Medien übernommen. Dies lässt sich auch damit begründen, dass Weblogs häufig von Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen geschrieben werden, die gewissermaßen einen fundierteren Einblick in spezifische Thematiken haben. Beziehungsweise, dass Diskussionen von bestimmten Themen in der “Blogosphere” auf ein vorhandenes Interesse deuten, dass dann von den traditionellen Medien journalistisch bedient wird.

Weblog-Indexes, wie etwa Technorati, popdex oder das deutschsprachige Blogstats, bieten einen guten Überblick darüber, worüber in den Weblogs diskutiert wird, was in Weblogs kommentiert wird. Dies kann und sollte auch für Journalisten von Interesse sein.

The “Daily us”
Daneben kann das kollaborative Filtern von Nachrichten auch als Ergänzung traditioneller redaktioneller Aufgaben, wie etwa das Bewerten von Meldungen, dem “Gate Keeping” betrachtet werden. Aggregationsinstrumente in der Blogosphere sind Parameter für das Interesse, das LeserInnen bestimmten Themen entgegenbringen - Vom “daily me” - zum “daily us”, wie es Steven Johnson, der das Web-Service Technorati Breaking News untersucht hat, ausdrückt:

“Technorati lets you see something that was up to now practically invisible: which opinions are creating a buzz. You can think of it as the online version of Speakers’ Corner in London’s Hyde Park—not only can you hear the soapbox speakers, you can also tell which ones have attracted the largest crowds. … “No, Technorati’s Breaking News isn’t a replacement for the traditional front pages or nightly news broadcasts. But neither does it create the narrowing perspective of the Daily Me. It’s more like an ongoing exchange between the top-down approach of traditional journalism and the bottom-up approach of the Web: Professional writers and editors generate the stories, and the Web’s vast audience decides which ones deserve our attention. And this approach may well result in the best of all possible journalistic worlds.”

Weblogs als Objekte der Berichterstattung
Die Berichterstattung über Weblogs findet natürlich auch in traditionellen Medien statt. Interessant ist, dass auch die Diskussionen in Weblogs zum Gegenstand er Berichterstattung in Onlinemedien geworden sind. Die Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau veröffentlicht etwa wöchentlich die Kolumne Blogosphäre, die viel diskutierte Themen in Weblogs Revue passieren lässt.

Auch in anderen Online-Medien wird der Anschluss an die Diskussionen in Weblogs gesucht. Der Election Blog des Guardian listet Diskussionsbeiträge aus Weblogs in der Rubrik “Blogwatch” auf.

Um Diskussionen aus Weblogs in Online-Medien zu integrieren, können auf einer automatisierten Basis auch “Trackbacks” zum Einsatz kommen. Bislang wird diese Möglichkeit nur von wenigen Medien wahrgenommen, etwa vom US-Technologiemagazin CNet.

Ein interessantes Beispiel zur automatisierten Aggregation von Weblog-Beiträgen ist die Annotated New York Times, die Weblog-Posts zu Artikel der NYTimes mit maschineller Hilfe sammelt. In diesem Zusammenhang bleibt zu fragen, warum die New York Times das nicht selbst macht.

Daneben haben aber auch etablierte Online-Medien, das Weblog-Format entdeckt.

Weblogs von “etablierten” Medien - Einsatzmöglichkeiten
Ausführliche Listen - Siehe unter anderem: Journalistische Weblogs - JoNet/JoWiki

Permanente redaktionelle Weblogs - deutschsprachig
Auswahl

Handelsblatt global reporting - Korrespondenten der Zeitung berichten über die Zeitungsberichte hinaus aus ihren Einsatzländern.

Digital Sushi - Tagesanzeiger. Weblog von Technologieredakteurinnen der Schweizer Tageszeitung.

Die Zeit - Weblogs - “Aktuelle Nachrichten, Notizen udn Geistesblitze der Redakteure der Hamburger Wochenzeitung zu verschiedenen Themen - von Politik (Beruf Terrorist) über Wissen (Megawatt: The Last Latent Appliance Fetishist) bis hin zu Musik (Musik und so).

Kult Weblog - Weblog des Kurier, der von der Redaktion der Wochenendbeilage (?) geschrieben wird.

Permanente redaktionelle Weblogs - englischsprachig
Auswahl

online blog - The Guardian - Nachrichten, Notizen und Kommentare zu aktuellen Entwicklungen in der Technologiebranche

Observer Blog - Sehr ansprechend aufgemachter Weblog des Observer - mit “Folksonomic Zeitgeist” und “Linklog” - Thematische Affinität zu den Inhalten der britischen Wochenzeitung - Notizen, kommentierte Links, Fundsachen aus dem Web, …

Wired Blogs - Weblogs von ausgewählten Autoren des Wired Magazins.
Leander Kahney schreibt über Apple-Computer, Software und kulturelle Ausdrucksformen rund um den Mac - The Cult of Mac
Notizen des Science-Fiction- und Wired-Autors Bruce Sterling

Temporäre redaktionelle Weblogs
Berichten konzentriert von Großereignissen, Katastrophen, Festivals, usf.. Dabei werden zumeist vor Ort über das Weblog-Format Eindrücke und Notizen vermittelt.

Berlinale Blog 2005 - Deutsche Welle

Oft dienen die Weblogs auch als Repositorien und kommunikatives Format als Begleitung der redaktionellen Berichterstattung - etwa zu Wahlen:
Election 2005 blog - The Guardian: Neben “informellen” Nachrichten rund um die britischen Wahlen dient der Weblog des Guardians auch dazu, um LeserInnen der Seite in die Berichterstattung miteinzubeziehen - etwa über Formate wie “Blogwatch”, das ausgewählte Beiträge aus Weblogs auflistet, oder The Blair Watch Project, das UserInnen auffordert Fotos aus dem Wahlkampf zu posten - interessanterweise wird dazu Flickr verwendet - daneben signalisiert der election blog über “the folksonomic zeitgeist” transparenz - das grafisch gut aufbereitet (verschiedene schriftgrößen) schwerpunkte der berichterstattung der vergangenen tage aufzeigt - hier übernimmt die Maschine eine Aufgabe, die etwa div. Media-Watch-Institute traditionelle innehaben.

Nischen-Medien im Weblog-Format
Rund um Weblogs haben sich auch Geschäftsmodelle entwickelt. Vor allem im anglo-amerikanischen Raum wurden “Micro-Publishing”-Unternehmen gegründet, die Weblogs als Publikationsformat nutzen:

Gawker - Klatsch aus der New Yorker Medienbranche - Rund 100.000 Besucher täglich.
Gawker Media betreibt daneben noch eine Reihe weiterer Weblogs oder Nischen-Medien - unter anderem:
Wonkette
Gizmodo

Rising Slowly - The UK Weather Blog

Diverse Angebote von weblogs inc - u.a. Engadget

Weblogs von Journalisten
Weblogs können von Journalisten auch zur Eigenwerbung genutzt werden, zur Präsentation von Artikeln, aber auch um Präsenz zu zeigen und Redaktionen auf sich aufmerksam zu machen.

Siehe dazu:
“Mein Blog ein permanentes Lebenszeichen” - Der Journalist Marion Sixtus im Interview mit Onlinejournalismus.de über die Vorteile seines Weblogs.
Mehr als ein Spielplatz - Onlinejournalismus.de über Weblogs von Journalisten.

Weblogs: Soziale Vernetzung

In der schnellen und einfachen Bedienbarkeit ist sicherlich eine Grund für die Popularität von Weblogs zu suchen. Die Vereinfachung des Publizierens im Netz ist jedoch nur ein - wenngleich wichtiger - Teil des Weblog-Phänomens. Wirklich interessant werden Weblogs vor allem durch die durch die Weblog-Technologien unterstützten Verbindungen untereinander und das dadurch entstehende soziale Beziehungsgeflecht. Dadurch werden neue Kommunikationsformen und neue Formen des Austausches von Information und die Vermittlung von Wissen im Netz ermöglicht. Durch die mannigfaltigen Verbindungen zwischen Weblogs entsteht ein neuer, selbstorganisierter Kommunikationsraum - die so genannte “Blogosphere”.

blogosphere

Vernetzung/Kommunikation zwischen Weblogs
Die Kommunikation zwischen Weblogs, der Austausch der Weblog-AutorInnen untereinander wird durch eine Reihe von Technologien unterstützt. Das Bemerkenswerte daran ist, dass viele dieser Applikationen von den BenutzerInnen von Weblogs entwickelt wurden und so direkt aus der Praxis die Tools gemäß den Anforderungen der AnwenderInnen zu verbessern.

Referer-Logs
Die so genannten Referer-Logs bieten Weblog-AutorInnen einen Überblick darüber, wer auf ihr Weblog verlinkt, bzw. von welchen Seiten die BesucherInnen des Weblogs kommen. Nicht selten geraten so auch neue Weblogs ins Blickfeld. Ein Link signalisiert Interesse.

referers

Die meisten Weblog-Tools verfügen über Referer-Logs. Sollte dies nicht der Fall sein, können referenzierende Seiten auch über frei erhältliche Tools wie etwa Sitemeter oder Blog Patrol ausgelesen werden. Dazu ist es notwendig einen Code auf der Seite zu implementieren, der von den jeweiligen Anbietern bezogen werden kann.
Einige Weblog-Tools, etwa Antville, listet zu jedem Posting auch so genannte “Backlinks” auf - Seiten, die auf das Posting verweisen.

Blogroll
In der Blogroll werden Weblogs gesammelt, die von den AutorInnen des Weblogs regelmäßig gelesen werden und den “Link-Kosmos” abbilden, innerhalb dessen sich der Weblog befindet. Oft sind diese Weblogs thematisch dem eigenen Weblog sehr ähnlich.
Die Blogroll befindet sich häufig am linken oder rechten Rand des Weblogs. Die Links können entweder über das Weblog-Tool eingetragen werden oder über eigene Applikationen, die kostenlos im Netz angeboten werden, erstellt werden. Einige dieser Applikationen - etwa Blogrolling oder Bloglines - bieten auch die Möglichkeit die Links so zu ordnen, dass Aktualisierung der Weblogs angezeigt werden - etwa über die Reihung innerhalb der Liste oder über Kennzeichnungen durch Symbole und anderes.

Weblog-Suchmaschinen und Indexes
Gängige Weblog-Software meldet (”ping”) neue Einträge an zentrale Server, etwa Weblogs.com oder Technorati, deren Einträge werden wiederum von einer Reihe weiterer Dienste abgefragt. Nach diesem Prinzip funktioniert nicht nur Blogroll-Software, wie das genannte Blogrolling.com, die “Pings” werden auch von einer Reihe von Weblog-Suchmaschinen und -Indexes registriert.

Weblog-Suchmaschinen und - Indexes bilden im Wesentlichen das Beziehungsgeflecht von Weblogs und die Verbreitung von Postings in der Blogosphere ab.

Technorati weist etwa nach Eingabe des Weblog-URLs den “Link-Kosmos” von Weblogs aus und listet die aktuell am meist verlinkten Meldungen auf.
Ein ähnliches Service, das sich jedoch auf deutschsprachige Weblogs beschränkt, bietet Blogstats.

Der vom MIT betriebe Weblog-Diffusions-Indes blogdex listet ebenso die meistverlinkten Meldungen auf und referenziert Weblogs die darauf verlinken in ihrer zetilichen Reihenfolge.

Daypop listet ebenso populäre Weblogs und Weblog-Postings auf und bietet mit Wordburst ein Tool, das die am häufigsten in Weblogs genannten Wörter identifiziert.

Ähnliche Services bietet auch Blogstreet - das Weblogs nach Ähnlichkeiten auflistet und darüber hinaus die “Blog-Neighbourhood” des jeweiligen Weblogs auch grafisch darstellt.

Weblogs: Anbieter, Scripts, Tools

Einen umfassenden Überblick über Anbieter von Weblog-Software und Weblog-Hosts bietet das Weblog Compendium.

Die deutsche Weblog-Informationsseite Bloghaus bietet einen Vergleich gängiger Weblog-Services sowie ein kommentiertes Verzeichnis gängiger Software.

Zum Einstieg / Auswahl
Für den Einstieg empfiehlt sich ein Account bei einem Weblog-Anbieter. Gratis-Tools sind jedoch vielfach nur noch mit Werbeeinschaltungen zu bekommen. Bei fast allen Anbietern sind jedoch die ersten 30 Tage kostenlos.

twoday.net
Wiener Webloganbieter, der Antville verwendet. Werbefinanzierte Blogs sind gratis. Werbefrei kostet die Minimalversion mit 20 MB Speicherplatz fünf Euro pro Monat, kann jedoch sechs Wochen gratis getestet werden.

Wordpress.com - Sehr gute Software, einfach zu bedienen, keine Werbung, kostenlos - jedoch auf vorgegebene Layout-Vorlagen beschränkt.

typepad
Ein sehr benutzerfreundliches Tool, das allerdings in der Minimalversion fünf US-Dollar / Monat kostet. Die ersten 30 Tage sind gratis.

Blogger.com
Ein Klassiker. Weblogs können schnell und einfach angelegt werden. Bilder können jedoch nicht auf den Server gespielt werden, sondern müssen aus dem Web verlinkt werden.

blogg.de
Deutscher Webloganbieter der kostenlose Weblogs bietet.

myblog.de
Kostenloses Weblogtool, ohne Werbung.

Desktopbasierend
Radio Userland
Ein desktopbasierendes Weblog-Tool und gleichsam ein Klassiker. Die Seiten werden lokall erstellt und danach auf den Server exportiert - kann 30 Tag kostenlos getestet werden und verfügt über einen integrierten News-Aggregator. Radio Userland kostet im Jahr rund 40 Dollar. Ein Speicherplatz von 40 MB ist inkludiert.

Skripts / Auswahl
Wordpress
Eine sehr gute, leicht zu bedienende Weblog-Software. Gratis.

Antville
Wiener Weblog-Technologie, sehr benutzerfreundlich. Open Source, steht zur freien Verfügung.

Moveabletype
Moveabletype ist seit kurzem nur noch in einer Minimalversion kostenlos.

Tools, etc.
Eine ausführliche Linkliste mit Blogging-Tools findet sich im Weblog Compendium.

Blogrolling - Tool zum Verwalten von Blogrolls.

Bloglines - bietet unter anderem die Möglichkeit eine Blogroll zu erstellen und einen webbasierenden Newsreader.

Blogstats bietet ein ähnliches Service, das sich jedoch auf deutschsprachige Weblogs beschränkt.

Blogdex - Der vom MIT betriebe Weblog-Diffusions-Indes blogdex listet ebenso die meistverlinkten Meldungen auf und referenziert Weblogs die darauf verlinken in ihrer zetilichen Reihenfolge.

Daypop listet ebenso populäre Weblogs und Weblog-Postings auf und bietet mit Wordburst ein Tool, das die am häufigsten in Weblogs genannten Wörter identifiziert.

Ähnliche Services bietet auch Blogstreet - das Weblogs nach Ähnlichkeiten auflistet und darüber hinaus die “Blog-Neighbourhood” des jeweiligen Weblogs auch grafisch darstellt.

Journalistische Stilformen

Auf der Website zum Buch “Online-Journalismus: Schreiben und Gestalten für das Internet” gibt Gabriele Hooffacker einen kompakten Überblick über journalistische Stilformen, den wir auch als Ausgangspunkt für unsere Überlegungen zur webadäquaten Aufbereitung verschiedener Textsorten im Netz nehmen wollen:

Wir unterscheiden im Wesentlichen zwischen drei Arten von journalistischen Stilformen:

Auch für die webgerechte Aufbereitung vieler journalistischen Formate gilt, das Prinzip der Verknüpfung von modularen Textbestandteilen durch Hyperlinks.

Im Internet haben wir neben der literalen Ausdrucksform auch multimediale und interaktive Möglichkeiten, um Inhalte zu gestalten. Wir benutzen - je nach Möglichkeit:

  • Print, um zu erklären,
  • Multimedia (Audio, Video), um zu zeigen
  • und interaktive Formate, um Sachverhalte und Ereignisse anschaulich zu demonstrieren und um die NutzerInnen zur Mitwirkung anzuregen.

      Beispiele

      Du bist was du kaufst - Online-Journalismus.de
      Bei diesem Feature zum Thema Datenschutz werden Audio-Elemente und Links in den Lauftext integriert. Man beachte auch das deep linking und das Miteinbeziehen von Artikeln zum Thema aus anderen Medien - so können Links auch dazu verwendet werden um die Beschreibung und das Erklären von Hintergründen mit den Mitteln des Netzes zu lösen.
      Gleichsam als Ersatz eines Glossars werden Begriffe wie etwa “Rasterfahndung” oder “RFID” mit Verweisen auf die Wikipedia erklärt.

      Kaffee in Bremen
      Feature des Online-Auftritts von Radio Bremen, das Audio-Beiträge mit Textbeiträgen kombiniert und ein sehr schönes Beispiel für das modulare Gestalten eines Themas darstellt.

      “Negation ist kompliziert” - derStandard.at
      Ein Feature über die Hamburger Band Blumfeld und ihrer damals veröffentlichte Platte “Testament der Angst” auf derStandard.at. Das im Text eingearbeitete Interview kann auch als Video abgerufen werden.

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